
Die historische Entwicklung des Multimediums
1881
Das erste Telefonbuch für Berlin mit insgesamt 187 Einträgen erscheint. Eine beigefügte Gebrauchsanleitung erläutert den Umgang mit dem Fernsprecher.
1888
Das Telefonbuch enthält einen gesonderten Teil, in dem die Teilnehmer nach Berufsgruppen sortiert sind - der Vorläufer des Branchenbuchs ist geboren.
1900
Der erste öffentliche Münzfernsprecher wird in Berlin aufgestellt. Es gibt allerdings noch keine Münzprüfautomatik. Die Münzen fallen deshalb in eine Glockenschale mit Mikrofon, und das "Fräulein vom Amt" taxiert die Echtheit der Münzen am Klang. In Berlin gibt es mittlerweile 34.236 Teilnehmer. Das Telefonbuch hat eine Auflage von 49.000 Exemplaren und wird auch an Nicht-Teilnehmer verkauft.
1909
Mittlerweile gibt es im Stadtgebiet von Berlin bereits 112.225 Telefonanschlüsse bei einer Bevölkerung von 2,04 Mio. Einwohnern, was einer Quote von 5,5% entspricht.
1917
Kriegsbedingt erscheint das Berliner Telefonbuch wegen Papiermangels und steigender Rohstoffpreise zum ersten Mal nicht.
1933
Auf Erlass des Reichsverkehrsministeriums dürfen bei telefonischen Übermittlungen von Telegrammen keine jüdischen Namen mehr als Buchstabierhilfen verwendet werden. Ein Jahr später ist zum ersten Mal die "arisierte Fassung" der Buchstabierhilfe in den Vorbemerkungen des Telefonbuchs abgedruckt.
1938
Männliche jüdische Bürger müssen ab sofort den Vornamen "Israel", weibliche jüdische Bürgerinnen den Namen "Sara" zusätzlich führen. Ab 1939 sind sie damit im Telefonbuch als Juden zu erkennen.
1942
Zum zweiten Mal seit 1917 erscheint Das Telefonbuch kriegsbedingt nicht.
1945
Das erste Berliner Fernsprechbuch nach dem Krieg wird mit 750 Eintragungen veröffentlicht. Davon sind nur 2% private Anschlüsse, der Rest sind städtische Betriebe, Krankenhäuser, Hebammen, Ärzte, Apotheker und Behörden.
1949
Wegen der Berlin-Blockade erscheint Das Telefonbuch nicht.
1950
Die Herausgabe des "Amtlichen Fernsprechbuchs 1950", des ersten nach der Spaltung Berlins, stößt auf große Schwierigkeiten, weil die Ost-Magistratspost keine Unterlagen über die Teilnehmer im sowjetischen Sektor zur Verfügung stellt. Sämtliche Fernsprechnummern im sowjetischen Sektor müssen deshalb einzeln angerufen werden.
1955
Zum ersten Mal erscheint in der östlichen Hälfte der geteilten Stadt das "Amtliche Fernsprechbuch Bereich der Bezirksdirektion für Post- und Fernmeldewesen Groß-Berlin", obgleich es in anderen Bezirken der DDR schon seit 1950 veröffentlicht worden ist.
1983
Nach Pilotphasen im Bundesgebiet erscheint das "Fernsprechbuch" erstmals in neuer Aufmachung unter dem Titel "Telefonbuch". Herausgeber ist der Eigenverlag der Deutsche Postreklame GmbH, der Vorläufer des TVG Verlages.
1989
Zum letzten Mal erscheint das "Fernsprechbuch der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik". 1992 erfolgt die endgültige Zusammenführung der beiden Berliner Ortsnetze. Es gibt für die beiden Stadthälften keine getrennten Telefonbücher mehr.
2006
Das Telefonbuch Berlin, das erste Telekommunikationsverzeichnis in Deutschland feiert sein 125-jähriges Bestehen.
2008
Das Telefonbuch erweitert seinen Service mit Firmenvideos als neuer Online-Werbeform.
2009 Entwicklung der iPhone-Applikation von Das Telefonbuch
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