Tipps sicher präsentieren

Mediengestützte Vorträge vor Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern gehören heute zum täglichen Business, auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und jeder Vortrag ist eine Chance für den Geschäftserfolg. Etwas Lampenfieber ist natürlich völlig normal. Wer sich aber inhaltlich und mental gut vorbereitet, kann selbstbewusst und ohne Herzflimmern zum Rednerpult gehen. Nachfolgend haben wir für Sie ein paar goldene Regeln zusammengestellt, die Ihnen helfen, Ihr Geschäft erfolgreich zu präsentieren.

© Uwe Steinbrich / PIXELIO

Aufbau
Im Grunde sind sich alle Experten einig: Eine gute Präsentation muss einfach und minimalistisch sein. Es geht nicht um schöne, aufwändige Folien, sondern um den Vortrag selbst – das Publikum soll von Anfang bis Ende aufmerksam zuhören. Deshalb sollte jede Präsentation klar und logisch aufgebaut sein mit Titelfolie, Übersicht, Motivation, Zusammenfassung und Bewertung.

Vom Präsentationspezialisten Guy Kawasaki stammt die bekannte 10-20-30-Regel: Danach sollte ein Powerpoint-Vortrag nicht mehr als 10 Folien enthalten, nicht länger als 20 Minuten an reiner Redezeit dauern und mindestens in Schriftgröße 30 geschrieben sein.

Vermeiden Sie ganze Sätze, komplizierte Grafiken und Tabellen. Wer zu viel Text auf seine Folien schreibt, verliert seine Zuhörer. Ein Bild ist oftmals besser. An dieser Stelle sei auch die sogenannte KISS-Regel erwähnt, eine goldene Regel für Autoren und Präsentatoren. Wichtig ist, dass die Zuhörer die Präsentation leicht verstehen können, deshalb heißt die oberste Maxime: Keep It Short and Simple! = KISS. Fassen Sie sich also kurz und schreiben Sie einfach und verständlich.

Faustregeln Text:

  • 10-20-30-Regel
  • KISS-Regel
  • nur eine Botschaft pro Folie
  • nicht mehr als 4-7 Worte pro Zeile
  • nicht mehr als 4-7 Zeilen
  • keine ausformulierten Sätze, nur Stichpunkte

Auch bei der Gestaltung der Folien ist weniger oft mehr. Folien sollten nicht überladen und Stilmittel äußerst zurückhaltend eingesetzt werden. Auf überflüssige Effekte, die von der Kernbotschaft ablenken, sollten Sie lieber verzichten. Beachten Sie die Urheberrechte für die verwendeten Bilder und Grafiken. Günstige bzw. kostenfreie Fotos gibt es beispielsweise bei iStockphoto, Fotolia, flickr oder pixelio.

Faustregeln Design:

  • einheitliches Layout (Schriftart, farbliche Gestaltung)
  • jeweils Headlines und Fließtext konsequent einheitlich
  • nie mehr als zwei (möglichst serifenlose) Schrifttypen, z.B. Verdana, Tahoma, Helvetica oder Arial
  • möglichst nur 2 bis 3 Farben verwenden, nehmen Sie eine Farbfamilie oder verschiedene Helligkeiten

Inhalt
Eine gute Gliederung zahlt sich aus. Für jeden Folienübergang sollten Sie sich eine gute Überleitung zum nächsten Teilthema überlegen und knackige, sprechende Überschriften wählen, die auf den Inhalt verweisen. Aussagekräftige, schöne Bilder sollten Ihre Aussagen untermalen. Am Ende eines Abschnitts ist eine kurze Zusammenfassung sinnvoll, denn Menschen erinnern sich zu 10 Prozent an gelesene Informationen, zu 20 Prozent an gehörte Botschaften, zu 30 Prozent, wenn diese mit Bildern verknüpft sind und zu 50 Prozent, wenn Sie sie wiederholen.

Vortrag
Der Vortrag selbst ist natürlich die wichtigste Hürde, die Sie meistern müssen. Stimmen Sie sich positiv und selbstbewusst ein, aber bleiben Sie authentisch. Manche Experten behaupten, der Erfolg eines Vortrags hänge zu 90 Prozent von Körperhaltung und Stimme ab. Ihre Körpersprache sollte deshalb Sicherheit und Souveränität ausstrahlen. Achten Sie darauf, dass Ihre Füße beim Präsentieren einen festen Stand haben, Beine gerade und leicht geöffnet, Rücken durchgestreckt, Arme angewinkelt. Machen Sie ruhige Bewegungen und sprechen Sie langsam. Wer langsam und überlegt redet, wirkt ruhig und wird auch selbst ruhig. Ab und zu sollten Sie eine kleine Pause einlegen, denn Sprechpausen helfen dem Publikum.

Versuchen Sie möglichst frei zu sprechen. Hilfsmittel wie Notizen, Karteikärtchen oder die Folien selbst sollten Sie keinesfalls ablesen. Ganz wichtig: Sprechen Sie nicht mit der Leinwand oder Ihrem Notizzettel, sondern halten Sie den Blickkontakt mit dem Publikum. Vorteilhaft ist es, wenn Sie sich dabei an solchen Zuhörern orientieren, die Ihnen Zustimmung vermitteln, die Ihnen zulächeln oder zunicken. Das gibt Ihnen zusätzliches Selbstvertrauen. Und wenn Sie sich einmal versprechen oder den roten Faden verlieren, bleiben Sie gelassen. Eine kleine Sprechpause ist erlaubt.

Sprechen Sie einfach und klar, ohne Schachtelsätze. Verwenden Sie viele aktive Verben und nutzen Sie sprachliche Bilder. Metaphern sorgen für Aufmerksamkeit und bleiben in Erinnerung.

Faustregeln Vortrag:

  • positiv einstimmen
  • langsam sprechen
  • Pausen einlegen
  • frei sprechen
  • zum Publikum sprechen

Orientieren Sie sich in Ihrem Vortrag stets an Ihrer Zielgruppe und fragen Sie sich: Welchen Nutzen, welchen Mehrwert erhält mein Zuhörer durch die Präsentation? Wie kann ich seine Neugier wecken? Wie kann ich ihn am besten von meinem Produkt, meiner Dienstleistung überzeugen?

Ein Vortrag mit reinen Informationen reicht allerdings nicht aus, um Aufmerksamheit zu wecken und zu halten. Ihr Publikum will zwar informiert, aber auch unterhalten und angeregt werden. Ganz wichtig sind dazu Höhepunkte am Anfang und am Ende. Beginnen Sie Ihren Vortrag mit einer Frage, einer provokanten These oder einem Zitat. Wecken Sie die Neugier der Zuhörer, indem Sie sie persönlich ansprechen und erzählen Sie Geschichten.

Präsentationsprofis sagen, ein guter Vortrag lebe von Geschichten. Wer das “Storytelling” für sich nutzt, dem sind die Aufmerksamkeit und die Sympathie seiner Zuhörer gewiss. Passende Geschichten zu finden ist gar nicht schwer: ein treffendes Praxisbeispiel, eine brandaktuelle Nachricht, ein Film, eine Fabel, eine überraschende Studie, eine persönliche Anekdote oder ein auflockernder Witz. Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

© Benjamin Thorn / PIXELIO

Herzflimmern
Eine gute inhaltliche und mentale Vorbereitung ist das beste Mittel gegen die Angst. Darüber hinaus hilft nur üben, üben, üben. Übung gibt Ihnen Sicherheit und Selbstvertrauen. Da der Einstieg besonders wichtig ist, sollten Sie ihn perfekt beherrschen und sicherheitshalber auswendig lernen. Der 2011 verstorbene Apple-Chef Steve Jobs war ein Meister der Präsentationen; seine Produktvorstellungen gingen in die Geschichte ein. Aber wie man liest, hat auch er wochenlang daran gefeilt. Und er hatte noch eine ganz wesentliche Grundvoraussetzung: Er war von seinen Produkten so überzeugt, dass er seine Zuhörer mit seiner Begeisterung mitreißen konnte. Sehen Sie selbst, wie er das neue iPhone 4 vorstellte.

Viele weitere Beispiele finden Sie auch unter Slideshare und noteandpoint.